Bericht über einen Tauchgang mit Unterwasserkamera bei „DIE TAUCHSCHULE“:

Agnes Ackerl beim Fotografieren im Pool
(c) Leopold Görlitzer
Tauchen im Winter? Ja, das geht – auch ohne Trockentauchausrüstung im Warmen- zumindest im Pool. Nachdem ich aufgrund von Nasennebenhöhlenproblemen und einer gerissenen Achillessehne zwei Jahre fast nicht tauchen konnte, hat es mich im Februar 2023 wieder ins Wasser verschlagen. Zusammen mit Günther und Leo sowie deren Arbeitskollegen habe ich in Wien DIE TAUCHSCHULE besucht das erste Mal deren Pool ausprobiert.
Andreas Brustmann, der Gründer und Geschäftsführer und Manu Oberwinkler, die den Shop leitet, haben uns sehr freundlich empfangen und zeigten und erklärten uns alles Notwendige. Wenn ihr also in Wien gerne mal wieder für die Outdoorsaison trainieren wollt, kann ich euch diesen Pool sehr empfehlen. Man kann sich dort alles ausleihen, Tauchflasche, Regler, Flossen und Tauchanzug und nimmt nur Maske und Schnorchel mit.
Bei den Aufnahmen kam eine Nikon D750 im Unterwassergehäuse von Isotta zum Einsatz sowie das Objektiv Nikkor 17-35 und 2 Subtronic Blitze. Leider hatte ich vergessen, meine separate Fokuslampe mitzunehmen, deshalb brauchte meine Kamera zum Fokussieren etwas länger als üblich.
Der Pool hat einen Stehbereich und einen Tiefbereich (5 Meter), er bietet ausreichend Platz zum Austoben, selbst für sechs Taucher gleichzeitig. Die Tiefe des Pools hat allerdings auch einen Nachteil für die Unterwasserfotografie: Das vorhandene Licht wird weniger. Vor allem die rötlichen Anteile des Lichts werden stark reduziert. Um dieses Problem auszugleichen, habe ich zwei Blitzlichter verwendet und diese beim Fotografieren entsprechend ausgerichtet.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe mich auch darin geübt, für Instagram Reels die Fotos hochformatig zu halten. Beim Filmen hatte ich allerdings ein kleines Problem: Der Autofokus hat die ganze Zeit nachfokussiert, das ließ das Video ruckeln und der Autofokus-Motor war in den Videos hörbar. Für das Reel war es dennoch in Ordnung, da ich es im Nachhinein noch bearbeiten und mit Musik unterlegen konnte. Für zukünftige Videos muss ich mir jedoch eine andere Lösung überlegen.
Als ich aus dem Wasser kam, funktionierte der Auslöser meiner Kamera plötzlich nicht mehr und ich sah, dass die Kontrollleuchte des Vacuum-Checks von Grün blinkend auf Rot/Grün blinkend umgeschaltet hatte.
Als ich aus dem Wasser kam, bemerkte ich, dass ich die Auslösetaste meiner Kamera nicht mehr drücken konnte. Außerdem zeigte das Display eine Fehlermeldung an, diese besagte, dass es Probleme beim Abspeichern gab.
Doch was ist ein Vacuum-Check überhaupt? Ein Vacuum-Check ist ein kleines Gerät mit einem Drucksensor und einer Kontrolllampe, welches in ein Unterwassergehäuse eingebaut wird. Es dient dazu, schon vor dem Tauchgang zu testen, ob das Gehäuse dicht ist und kein Wasser eindringen kann. Das Prinzip ähnelt der Druckmessung von Autoreifen, bezüglich Druckverhältnisse allerdings genau umgekehrt, vorhandene Luft stellt den Fehlerfall dar. Der Sensor wird vor dem Schließen des Unterwasserkameragehäuses aktiviert und anschließend wird die Luft aus dem Gehäuse gepumpt, bis im Gehäuseinneren ein Vakuum entstanden ist und die Kontrolllampe von Rot blinkend auf Grün blinkend wechselt. Solange nun alles dicht ist und das Vakuum bestehen bleibt, blinkt die Lampe grün weiter, im Fehlerfall wechselt sie auf Rot/Grün blinkend oder, im schlimmsten Fall, auf nur Rot blinkend.
Ich holte die Kamera mit Herzklopfen aus dem Gehäuse und stellte fest, dass sie völlig trocken war. Nur der Domeport war innen beschlagen, und ein kleiner Tropfen befand sich auf der Innenseite des Glases.
Ist das Gehäuse undicht geworden und hat Wasser eingelassen? Als ich ins Wasser ging, blinkte alles Grün, und selbst beim Tauchen löste der Leckwarnsensor des Gehäuses nicht aus. Wenn nur ein Tropfen auf den Sensor am Boden des Gehäuses gefallen wäre, hätte ich das bemerkt, da das Gehäuse unüberhörbar zu Lärmen und zu Blinken beginnt.
Die Kamera fühlte sich sehr heiß an, ließ sich aber trotz der Fehleranzeige und des Auslöseproblems noch bedienen. Nach dem Duschen und dem Bereitmachen zur Abfahrt probierte ich die Kamera erneut aus, und sie funktionierte wieder komplett.
Was war nun eigentlich passiert? Ich erinnerte mich an ein Gespräch beim Unterwasser-Fotoclub. Zwei Videografen hatten sich darüber unterhalten, dass Kameras beim Filmen unter Wasser überhitzen können und dass das tatsächlich ein großes Problem darstellen kann.
Das erklärt vermutlich, warum meine Kamera einen Fehler anzeigte und sich nicht auslösen ließ.
Warum hat aber nun der Vacuum-Check Rot geblinkt? Als ich im Anschluss zu diesem Pooltauchgang beim Fotoclub mit einer anderen Fotografin darüber sprach, kam Licht in die ganze Sache. Sie hatte nämlich einmal genau das gleiche Problem, obwohl ihre Kamera dicht war.
Es stellte sich heraus, dass die Erhitzung der Kamera und das 28-Grad-warme Wasser im Pool vermutlich Verdunstungswasser verursacht hatten. Wahrscheinlich hatte ich zu Hause beim Verschließen des Gehäuses eine hohe Luftfeuchtigkeit. Trotzdem werde ich demnächst die O-Ringe an meinem Gehäuse austauschen um Sicherzugehen, dass alles trocken bleibt.
Nächste Woche werde ich im Ottakringer Bad fotografieren. Es erwartet mich eine besondere Herausforderung, da die Beckenwände aus einem grünen Material und nicht aus Metall bestehen. Peter von Unterwassermodel.at hat mir bereits erzählt, wie sie das dort gelöst haben. Ich bin schon sehr gespannt auf die Erfahrungen, die ich dort machen werde. Mehr dazu im nächsten Blog.

